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last update: 22.06.2010

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Wundabstrich


Der gewöhnliche Wundabstrich ist einfach und in der Regel schmerzfrei durchführbar, aber nur zur Untersuchung der oberflächlichen Besiedlung geeignet.

Eine aussagekräftigere Biopsie erfordert speziellen Untersuchungsaufwand bei der Abnahme und im Labor, bedeutet in der Regel eine Belastung für den Patienten, ist nicht routinemäßig durchzuführen, liefert aber deutlich bessere und objektivere Ergebnisse.

Zur bakteriologischen Untersuchung von Wunden stellt die Methode nach Levine die akzeptabelste Lösung dar. Hierbei wird unter nicht zu starkem Druck ein angefeuchteter Abstrichtupfer über einer Fläche 1 cm x 1 cm der Wunde abgerollt. Der Andruck provoziert den Austritt von Wundexsudat und ermöglicht so den Nachweis von Infektionserregern aus tieferen Gewebeschichten. Voraussetzung ist, dass der Abstrich über vitalem Gewebe erfolgt.

Nachteil des Wundabstrichs:
Nicht repräsentatives Ergebnis bei falscher Anwendung

Vorgangsweise für den Wundabstrich:

  • Anwendungshinweise auf dem Trägermaterial beachten
  • Mechanische Wundreinigung mit NaCl 0,9%, Wichtig: zuvor nicht desinfizieren
  • leicht bohrend auf vitalem Gewebe abstreichen
  • aus der Tiefe und vom Rand
  • anatomische Lokalisation auf Beiblatt angeben


Wichtig zu beachten:
Abstriche von Oberflächen sind nicht die erste Wahl, sie zeigen nur eine Kolonisation

Zusammenfassend lassen sich folgende Empfehlungen ableiten:

  • Wundabstriche nur durchführen, wenn aus den Befunden Konsequenzen gezogen werden können
  • Wichtige Proben immer telefonisch im Labor ankündigen und abstimmen
  • Keine Routinediagnostik mit suboptimalen Methoden


Link:
Mikrobiologische Probenahme bei chronischen Wunden

Literaturnachweis:
Georg Daeschlein, Axel Kramer, Mikrobiologische Probenahme bei chronischen Wunden, Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Greifswald, Deutschland, GMS Krankenhaushyg Interdiszip 2006;1(1):Doc10,

http://www.egms.de/pdf/journals/dgkh/2006-1/dgkh000010.pdf




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