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last update: 22.06.2010

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Hygiene im Krankenhaus
Leo Karner

„Kann es wohl einen größeren Widerspruch geben als eine Spitalkrankheit? Ein Übel, welches man da erst bekommt, wo man sein eigenes loszuwerden gedenkt“
Prof. Dr. Johann Peter Frank

Viele Krankenhausinfektionen entstehen aus dem körpereigenen Erregerreservoir von Patienten, die durch Alter, Grund- und Begleitkrankheiten ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen und nur teilweise verhindert werden können.

5% aller stationären Patienten erleiden pro Jahr eine im Krankenhaus erworbene, nosokomiale Infektion. Im Mittel könnten 40% dieser nosokomialen Infektionen durch korrekt durchgeführte Hygienemaßnahmen verhindert werden. In einem Krankenhaus mit 450 Betten und 10.000 Patienten im Jahr kommen bei 5% Infektionsrate und durchschnittlich sieben Tagen längerer Verweildauer 3.500 Tage zusammen. Setzt man 300 € pro Tag an, sind das mehr als 1 Mio. €. Wenn 40% der Infektionen vermieden werden, sind 400.000 € eingespart.

Wundinfektionen zählen zu den häufigsten und teuersten Krankenhausinfektionen. Sie werden immer öfter durch multiresistente Keime verursacht. Die Übertragung erfolgt dabei nicht selten über die Hände des Krankenhauspersonals. Daher ist der korrekt durchgeführte Verbandwechsel von immens wichtiger Bedeutung.

Eine der wichtigsten, wirkungsvollsten und billigsten Hygienemaßnahmen überhaupt ist die Händedesinfektion. Das ist seit Ignaz Semmelweis bekannt, und wird, trotz technischem Fortschritt, vermutlich auch in hundert Jahren noch so sein.

In jedem bettenführenden Krankenhaus sind Hygieneteams im Einsatz, welche sich zumindest aus einem Krankenhaushygieniker bzw. hygienebeauftragten Arzt und einer Hygienefachkraft zusammensetzen. Zu den Aufgaben des Hygieneteams gehören alle Maßnahmen, die der Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Infektionen in Krankenanstalten und der Gesunderhaltung dienen. Das Hygieneteam ist auch bei allen Planungen für Neu-, Zu- und Umbauten und bei der Anschaffung von Geräten und Gütern, durch die eine Infektionsgefahr entstehen kann, bei zu ziehen.

Literatur:
H.Bankl (2004), Hygiene und Infektionslehre, Auflage 6, 20 - 30

Krankenhaushygiene (Robert Kochinstitut, 2008)



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