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Händehygiene
Da die Gefahr groß ist, Keime über die Hände der Pflegenden und Betreuenden zu übertragen, hat die Händehygiene sowohl im stationären als auch dem extramuralen Bereich einen hohen Stellenwert. Hände führen nach wie vor die Liste der Übertragungsmöglichkeiten an. Acht von zehn Infektionen werden über die Hände übertragen. Da jedoch die Umgebungsbedingungen vor allem in der häuslichen Pflege und Betreuung nur schwer mit den Bedingungen und Risken der stationären Pflege und Betreuung zu vergleichen sind, ist eine differenziertere Betrachtung, Umsetzung und Anwendung der Händehygiene erforderlich.
Je nach Gesundheitszustand des betreuten Menschen, seinen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen und den Gründen der Betreuung ist die Intensität von Hygienemaßnahmen unter Berücksichtigung allgemein gültiger und aktueller Hygieneerkenntnisse zu bestimmen.
Händedesinfektion
Die hygienische Händedesinfektion ist die effektivste, einfachste und wirtschaftlichste Hygienemaßnahme zur Vermeidung von Infektionen.
Bei sicherer oder wahrscheinlicher Kontamination, auch ohne sichtbare Verschmutzung und zur Prophylaxe, ist die Händedesinfektion immer vor dem „Händewaschen“ bzw. „Händereinigen“ durchzuführen!
Bei sichtbarer Verschmutzung der Hände (Stuhl) zuerst grobe Entfernung der Verschmutzung mit einem desinfektionsmittelgetränkten Einmalhandtuch. Danach vorsichtige Händereinigung unter Vermeidung von Spritzern. Anschließend hygienische Händedesinfektion durchführen.
Das Händedesinfektionsmittel ist in ausreichender Menge (ca. 3 ml bzw. eine Hohlhand voll) zu entnehmen und auf beiden Händen zu verteilen. Das Händedesinfektionsmittel ist so lange zu verreiben, bis die Hände trocken sind (mind. 30 Sekunden). Besondere Sorgfalt ist auf die Benetzung der Fingerkuppen, des Nagelfalzes, der Handrücken und der Daumen zu legen. Die Handgelenke nicht vergessen! Nach einem Blutkontakt empfiehlt sich je nach Herstellerangaben eine 2-malige Händedesinfektion (Hepatitis!).
Das Desinfektionsmittel darf nicht auf nasse Hände gegeben werden (Verdünnungseffekt). Der Händedesinfektionsmittelspender soll zu Beginn der Betreuung so platziert werden, dass jederzeit ein Zugriff möglich ist. Es sollen nur Präparate aus der Expertisenliste der ÖGHMP oder DGHM bzw. mit zwei unabhängigen Gutachten verwendet werden.
Es sei darauf hingewiesen, dass keine Hand auf eine Desinfektion hin „steril“, also wirklich keimfrei, sondern nur keimarm wird. Bei starker Kontaminationsgefahr ist das Tragen von Einmalhandschuhen empfohlen (siehe Handschuhe).
Unterschied zwischen der Händedesinfektion und dem Händewaschen: Händewaschen dient der Reinigung, Händedesinfektion dient der Infektionsverhütung!
Bei einer Händedesinfektion ist die keimreduzierende Wirkung ca. 100-mal stärker als beim bloßen Händewaschen. Nur mit der Händedesinfektion werden pathogene Keime eliminiert.
Link: Händehygiene - Übersicht (Robert Koch-Institut, 2008)
Händehygiene - differenzierte Empfehlungen (Robert Koch-Institut, 2005)
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