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last update: 22.06.2010

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Wundschmerz

Schmerzen wirken sich ungünstig auf die Wundheilung aus und beeinflussen die Lebensqualität. Schmerzen bei der Wundversorgung lassen sich durch eine Kombination aus eingehender Untersuchung, angemessener Verbandauswahl, qualifizierter Wundbehandlung und individuell eingestellten schmerzlindernden Behandlungsmethoden bewältigen. Es ist sowohl aus therapeutischen als auch aus humanitären Gründen von höchster Bedeutung, dass Ärzte und Pflegepersonal wissen, wie Schmerzen beurteilt, eingeschätzt und behandelt werden können.

 

Ein grundlegendes Verständnis der Schmerzphysiologie wird für all diejenigen hilfreich sein, die sich täglich mit der Wundversorgung konfrontiert sehen, da sie nur so das Schmerzempfinden des Patienten verstehen können. Dabei ist die Erkenntnis grundlegend, dass Wundschmerz mehrdimensional ist und das psychosoziale Umfeld des Patienten die physiologische Schmerzerfahrung beeinflussen und sich auf diese auswirken kann.

Der "Internationale Verband für die Untersuchung von Schmerzen" (International Association for the Study of Pain) definiert Schmerzen als “eine unangenehme sensible und emotionale Erfahrung, die in Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder potenziellen Gewebeschädigung steht oder im Sinne einer solchen Schädigung beschrieben wird”. www.iasp-pain.org

 


Verständnis von Schmerzarten

Es gibt zwei Arten von Schmerzen: Nozizeptive Schmerzen und neuropathische Schmerzen.

 

Nozizeptive Schmerzen lassen sich als angemessene physiologische Reaktion auf einen schmerzhaften Reiz definieren. Dies kann eine akute oder chronische Entzündung sein. Akute nozizeptive Schmerzen treten infolge von Gewebeschäden auf und sind in der Regel von begrenzter Dauer. Bei langsam heilenden Wunden kann die anhaltende entzündliche Reaktion zu einer verstärkten Empfindlichkeit von Wunde (primäre Hyperalgesie; primäres gesteigertes Schmerzempfinden) und umliegender Haut (sekundäre Hyperalgesie; sekundäres gesteigertes Schmerzempfinden) führen.

Neuropathische Schmerzen lassen sich als eine Reaktion definieren, die entweder durch eine primäre Läsion (Funktionsstörung) oder eine Dysfunktion des Nervensystems ausgelöst wird. Nervenschäden sind die häufigsten Ursachen der primären Läsion, die auf ein Trauma, eine Infektion, eine Stoffwechselstörung oder Krebs zurückgeführt werden können. Neuropathische Schmerzen sind ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung chronischer Schmerzen. Sie sind oft mit veränderten oder unangenehmen Empfindungen verbunden, wobei jede Sinnesreizung, wie eine leichte Berührung, Druckausübung oder Temperaturänderung, starke Schmerzen auslösen kann (Allodynie). Der Arzt muss erkennen, dass dies eine spezifische pharmakologische Behandlung und eine Beurteilung durch einen Facharzt, der neuropathische Schmerzen diagnostizieren (und behandeln) kann, erfordert.

Patienten mit gesteigerter Empfindlichkeit, die bei der geringsten Berührung Schmerzen empfinden, werden die zusätzlichen Schmerzen bei der Wundversorgung wahrscheinlich unerträglich finden
 


Anwendungspraxis

  • Gehen Sie davon aus, dass alle Wunden schmerzhaft sind
  • Mit der Zeit können Wunden schmerzhafter werden
  • Akzeptieren Sie, dass die wundumgebende Haut empfindlich und schmerzsensibel werden kann
  • Machen Sie sich bewusst, dass für manche Patienten die geringste Berührung oder einfach die Luft, welche mit der Wunde in Berührung kommt, äußerst schmerzhaft sein kann
  • Überweisen Sie rechtzeitig, wenn notwendig, zu einem Facharzt



Positionsdokumente

der WUWHS (2004) in Deutsch

der EWMA (2002) in Deutsch

 

P-STIM- eine revolutionäre Form der Schmerztherapie

 

Link im Internet:

P-STIM - eine revolutionäre Form der Schmerztherapie 

 

Literatur:
Principles of best practice: Minimising pain at wound dressing-related procedures. A consensus document. London: MEP Ltd, 2004.




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