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Zellen, Gewebe und Haut

 

Aufgabe der Haut


Die Haut ist die Schutzhülle unseres Körpers. Sie ist das größte (1,5 bis 2 m2) und schwerste Organ (bis zu 10 kg) des Menschen, welches viele lebenswichtige Funktionen erfüllt.

  • Flüssigkeits- und Wärmeregulation
    Durch Schweiß und vermehrte Durchblutung in der Peripherie wird eine Überhitzung des Körpers vermieden.
  • Barriere für Mikroorganismen und chemische Produkte
    Zwar kann eine Vielzahl von Produkten über die Haut resorbiert werden, trotzdem stellt sie eine sehr gute Schutzschicht für unseren Körper dar.
  • Dämpft Reibung, Druck und Stöße vor tiefer liegenden Organen
    In unserer Haut befinden sich Nervenendfasern-Rezeptoren, welche uns ermöglichen, unterschiedlichste Reize zu spüren. Erst durch diese Schmerzempfindung macht es uns in vielen Situationen möglich, einer Gefahr auszuweichen. Gleichzeitig werden auch über die Haut Gefühle gezeigt. Die Poren geben mit dem Schweiß verschiedenste Duftstoffe (Pheromone) ab. Die Haut kann aber auch erblassen, sich sträuben oder erröten.
  • Schutz vor Strahlung, Kälte und Hitze
    Sowohl Sonnenschutz durch vermehrte Einlagerung des Farbstoffes Melanin, als auch Temperaturen über oder unter unserer Kerntemperatur werden durch die Haut ausgeglichen.

Bei Verletzungen besteht ein sehr großes Bestreben, den Schutz wieder herzustellen.

 

Aufbau der Haut

Die Haut besteht aus 3 Schichten:
  • Oberhaut (Epidermis)
  • Lederhaut (Dermis)
  • Unterhaut (Subcutis)

 

Querschnitt der Haut

Aufbau der Haut

 

Epidermis

Die Epidermis als äußerste Schicht der Haut besteht aus fünf Unterschichten:

 

Die ersten drei Schichten bilden ein mehrschichtig verhorntes Plattenepithel, das hauptsächlich aus kernhaltigen Hornzellen aufgebaut ist. Hornzellen produzieren Keratin, das Wasser abweisend wirkt und der Haut zudem Schutz und Festigkeit verleiht. Hornzellen werden in einem Zyklus von etwa 27 Tagen abgestoßen und erneut gebildet. Dies gewährleistet die Erneuerung der obersten Hautschicht. In den unteren beiden Schichten befinden sich lebende Zellen, die kontinuierlich produziert und in die oberen Schichten verlagert werden. Bei Verletzungen werden von den unteren Schichten ausgehend neue Zellen gebildet, die langsam über die Wunde wandern. Außerdem finden sich in den unteren Schichten Melanozyten, die das Pigment Melanin produzieren. Melanin gibt der Haut ihre Farbe und schützt tiefere Hautschichten vor schädlichen UV-Strahlen. In der Epidermis befinden sich keine Gefäße.

 

Makroaufnahme der Haut

 

Dermis

Die Dermis befindet sich unter der Epidermis und ist je nach mechanischer Belastung der betreffenden Körperregion zwischen 0,3mm und 2,4mm dick.
Die Dermis enthält Blutgefäße, Nerven, Berührungsrezeptoren, Talgdrüsen, Schweißdrüsen, Haarfollikel und Fettgewebe.

 

Sie besteht aus zwei Schichten:

  • Zapfenschicht
  • Netzschicht

 

In der Zapfenschicht befinden sich Kapillaren und der Beginn der Lymphgefäße. Steigt der Kapillardruck der Gefäße, so erhöht sich auch die Lymphzufuhr. Im Interstitium, ein Zellzwischenraum gefüllt mit Interzellularsubstanz, befinden sich freie Monozyten, Granulozyten, Plasmazellen, Fibroblasten, Makrophagen, Mastzellen und Lymphozyten. Die Beweglichkeit der Zellen ist bei Entzündungen und für die Wundheilung notwendig. Die Netzschicht hingegen besteht aus einem dichten Netz von Kollagenfasern. Dieses Netz ist für die Festigkeit und die Elastizität der Haut verantwortlich. Die Ausrichtung von Kollagenfasern und Bindegewebsfasern erfolgt auf eine charakteristische Weise. Es ergibt sich so die Richtung der geringsten Dehnbarkeit der Haut - die Langerschen Spaltlinien. Setzt man operative Schnitte entsprechend den Spaltlinien, werden klaffende Wunden vermieden.



Subcutis

Die Subcutis setzt sich aus lockerem Bindegewebe und Fettzellen zusammen. Hier befinden sich auch Schweißdrüsen, Haarbälge sowie Druck- und Vibrationskörperchen.
Aufgabe der Subcutis ist es, die Verschieblichkeit der Haut auf den darunter liegenden Gewebeschichten (je nach Körperregion Muskel, Fett, Knorpel oder Knochen) zu gewährleisten. Des Weiteren dient sie als Kälteschutz, Energiespeicher und Stoßpuffer.

 

 

Literatur:

S. Silbernagel, A. Despopoulos, Taschenatlas der Physiologie, Auflage 3, 2004, Thieme Verlag

 

Andere Links:

http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/Histology/Haut.html
http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/Welcome.html

Bildnachweis:

 

Quelle „Querschnitt der Haut“: img.stern.de
Quelle „Makroaufnahme der Haut“: www.wissen.swr.de




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