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Wirkprinzipien - Die Wunde wird abgedeckt wie eine zweite Haut.
Die Wundauflagen sind semiokklusiv, das bedeutet, dass der Verband bakteriendicht, aber wasserdampfdurchlässig ist, ein kontrollierter Gasaustausch zwischen Wunde und, Außen’ findet statt. Dieser wird bewirkt durch Abdeckung der meisten modernen Wundverbände mit Polyurethanfolie, die einen kontrollierten Gasaustausch ermöglicht. Polyurethan wird je nach Verwendung mit unterschiedlichen Dampfdurchlässigkeiten hergestellt. Wundfolien haben eine durchschnittliche Diffusion um 4000g/m2/24h/37°C
- Die Schaffung eines feuchten Wundmilieus
Ein feuchtes Wundmilieu ist wichtig, um die Wundheilung in Gang zu halten, ermöglicht die Einwanderung von Immunfaktoren und aktiviert Enzymen, die die Wundheilung ermöglichen und in weiterer Folge die Neubildung von Kapillaren und Kollagenfasern.
- Die Temperatur im Wundgebiet soll konstant gehalten werden
Die konstante Temperatur im Wundgebiet (37°C) kann nur erreicht werden, wenn man den Verband möglichst lange auf der Wunde belässt. Ein täglicher Verbandwechsel stört die Wundruhe und führt zu Temperaturschwankungen. Daher sollte ein Umdenken in der Routine der Visiten erfolgen. Wichtig ist, dass auch der Arzt sich daran hält, die Wunde nicht täglich zu kontrollieren, vor allem am Wochenende. Beachten sollte man aber die sorgfältige Überwachung von infizierten Wunden und Problemwunden, wo ein täglicher oder sogar mehrmaliger Verbandwechsel pro Tag notwendig ist.
- Die modernen Wundverbände bewirken einen Saugreflex
Die modernen Wundverbände bestehen aus stark saugfähigen Materialien, sodass sie große Mengen an Flüssigkeit aufsaugen können. Gleichzeitig regen sie durch die Saugwirkung auf das Wundgebiet die Wunde zur Heilung an. Es wandern dadurch vermehrt Immunfaktoren in das Wundgebiet ein. Durch das Aufsaugen von Exsudat wird die Wunde dadurch gereinigt, indem Zelltrümmer, Bakterien mit dem Exsudat in den Verband eingesaugt und von diesem nicht mehr abgegeben werden.
- Die Wunde verheilt glatter und mit weniger Narbengewebe
Eine bessere Epithelisierung der Wunde wird bewirkt durch den Saugreflex, die konstante Temperatur und das gleich bleibende Wundmilieu.
Vorteile
Praktische Anwendung: Die modernen Wundverbände sind leicht zu applizieren, da es sich meist um Fertigverbände, die wie ein Pflaster aufgeklebt werden, handelt. Es sollte kein täglicher Wechsel erfolgen, das erspart Zeit, Material und damit Kosten beim Verbandwechsel. Moderne Wundauflagen, die optimal eingesetzt werden, sind trotz des höheren Preises kostengünstiger. Moderne Wundauflagen sind gut miteinander kombinierbar: gängige Kombinationen sind z.B. Hydrokolloide + Alginate, Hydrokolloide und Wundgele, Schaumstoffe + Wundfüller (Alginate, Wundgele).
Durch ihre semiokklusive Oberfläche sind sie bakteriendicht bei einem kontrollierten Gasaustausch. Schnellere Keimreduktion von stark belegten und infizierten Wunden: bei richtiger Anwendung der modernen Wundverbände (Silberverbände) und dem phasengerechtem Einsatz von Desinfektionsmitteln.
Der Patient kann duschen (Hydrokolloide und Folien), was sehr zu seinem physischen Wohlbefinden beiträgt.
Verwendungsformen
Wundauflagen, die von der Wundreinigung bis zur Granulierung der Wunde verwendet werden können.
Schaumstoffe: - Alginate
- Wundgele (Wundfüller)
- Superabsorbentien
- Hydrofaser
Wundauflagen von der Wundreinigung, zur Granulierung und Epithelisierung: Wundauflagen, die bei stagnierenden, stark belegten und stark infizierten Wunden verwendet werden können: Aktivkohleverbände Aktivkohleverbände mit Silber Silberverbände Kollagenverbände Wundauflagen mit Hyaluronsäure Vakuumtherapie Wachstumsfaktoren (Proteaseinhibitoren) Hydrophob wirkende Verbände Medizinischer Honig Modifizierte Zelluloseverbindungen |