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Prophylaxen haben hier einen besonderen Stellenwert, weil thermische Traumata ein außergewöhnlich komplexes und langwieriges Krankheitsbild darstellen. Dekubitus/Lagerung Lagerungstherapie gestaltet sich meist sehr schwierig aufgrund respiratorischer Probleme, exponierten Verbrennungsarealen und massiver Schmerzen Für Schwerbrandverletzte werden Spezialbetten wie Luftkissenbetten, Sandbetten oder mehrlagige Schaumstoffmatratzen eingesetzt Zusätzliche Weich – Hohllagerung von exponierten Arealen Ziel der Lagerungen ist vor allem die Erhaltung der Gelenksbeweglichkeit, die Reduktion Ödemen, die Vermeidung von Dekubitalulcera und die Unterstützung der Atemtherapie
Pneumonie
Beatmungstherapie Inhalation Bauchlagerung
Kontrakturen
Angepasstes Lagern und Fördern der Eigenbeweglichkeit Krankengymnastische Therapie Narbenbildung minimieren Infektion
Aseptisches Vorgehen bei sämtlichen Pflegehandlungen: Alle benötigten Materialien sollten steril sein wie z.B. Bettwäsche, Handschuhe, Arbeitskleidung, Waschschüssel, Saugunterlagen, Verbandsmaterial…. Einstichstellen: Fixierung überprüfen (Nähte!) Reinigung mit NaCl oder Desinfektionsmittel Polyvidon-Jod-Gel oder –spray Regelmäßige Abstrichentnahme und Antibiotikagabe lt. Antibiogramm Genaue Beobachtung und Dokumentation des Hautzustandes
Augen
Bei Verdacht auf thermische Verletzung (gerötete Skleren, versengte Wimpern) Augenarzt kontaktieren Augenpflege 6x/Tag mit NaCl 0,9% und Oleovit Salbe Vermeidung von „Sekretseen“ Nase
Versengte Schleimhäute mit NaCl 0,9% reinigen und mit Nasensalbe oder -öl versorgen Bei Anlage der Silikonmagensonde durch die Nase auf Druckstellen achten, SMS ist meist am Nasenflügel nahtfixiert Gesicht und Hals
Narbenbildung und Entstellung in diesem Bereich ist für den Betroffenen massiv belastend, weshalb die Pflege dieser Körperpartien mit besonderer Sorgfalt erfolgen sollte 4-6x/Tag Reinigung mit NaCl 0,9% oder verdünnter Polyvidon-Jod-Lösung Eincremen mit dexpanthenolhaltigen Fettsalben
Rehabilitation: „Die Rehabilitation des Verletzten beginnt mit der Erstversorgung an der Unfallstelle“
Diese Worte haben bei kaum einer Verletzung eine so große Bedeutung wie für den Brandverletzten. Nur eine frühzeitige interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachgruppen (Intensivmedizin, Hygiene, Plastik, Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Psychologie, Orthopädietechnik…) und die Erstellung eines komplexen, strukturierten Therapiekonzepts garantieren ein zufrieden stellendes Outcome für schwerbrandverletzte Patienten.
- Physiotherapeutische Behandlung: passive Bewegung der Gelenke ab 1.PTT, Mobilisation der transplantierten Areale ab 5.POT
- Atemgymnastik, Gehtraining
- Ergotherapie
- Versorgung mit Kompressionsbandagen oder –anzügen nach Einheilung der Transplantate gegen Narbenbildung bzw. zur Reduktion hypertropher Narben
- Psychorehabilitation und psychosoziale Betreuung
- Rekonstruktive Chirurgie zur ästhetischen und funktionellen Verbesserung z.B. bei Kontrakturen
- Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen
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