Medizinische Kompressionstherapie Die Kompressionstherapie ist zusammen mit der Bewegung Grundlage nichtinvasiver Maßnahmen. Sie kann alleine bzw. in Kombination mit invasiven Maßnahmen angewendet werden. Es konnte in verschiedenen unabhängigen Studien gezeigt werden, dass eine konsequente Kompressionstherapie die Abheilung von venösen Ulzera beschleunigt und die Rezidivrate deutlich reduziert.
Welche Kompression bzw. Kompressionsbandagen sind anzuwenden:
Kurzzugbandagen auch unelastische genannt mit hohem Arbeitsdruck und niedrigem Ruhedruck bei mobilen Patienten, da hier die Wadenmuskelpumpe optimal unterstützt wird. Mehrlagensysteme mit erhöhter Knöchelkompression 35-45 mmHg sind wirksamer als einlagige Kompression mit niedriger Kompression (15-25mmHG)
Bei selbstständigen Patienten ohne dicken Wundverband kann in der Erhaltungstherapie auch ein entsprechend angepasster Kompressionstrumpf empfohlen werden.
Bei immobilen Patienten oder Patienten mit fixierten Knöchelgelenk wird eine elastische Mehrlagenkompression (Langzugbinde) empfohlen, da diese Verbände bei fehlender oder schwacher Wadenmuskelpumpe nicht richtig wirken können, eine ausreichende Kompression wird hier nicht erzielt.
(lit. EWMA zum Verständniss der Kompressionstherapie Seize 13, Studie von Cullum et al)
Kategorien von Kompressionsmaterialien
Klassifikation für Kompressionsstrümpfe
Die Effekte der Kompression hängen vor allem von den folgenden Faktoren ab: - Kompressionsdruck
- Kompressionsmaterial (unelastisch/elastisch)
- Beinumfang, Art und Lokalisation des Ulcus, Beweglichkeit des Sprunggelenks und Gehfähigkeit des Patienten.
Wirkmechanismen der Kompressionstherapie: Abnahme des Ödems Kurzzugbinden und Zinkleimverbände reduzieren den Umfang in den ersten Wochen um einige Zentimeter. Diese Ödemreduktion ist der Grund für den Abfall des Verbandsdrucks schon nach 24 Stunden, sodass die Bandage neu angelegt werden muss.
Erweichung von Lipodermatosklerose Es kommt (klinisch wie auch mittels CT und Ultraschall nachgewiesen) zu einer Auflockerung der verhärteten Gewebestrukturen.
Einschränkung von venösen Refluxen und Verbesserung der venösen Pumpe Die ambulatorische, venöse Hypertonie kann nur mit sehr fest angelegten unelastischen Binden, nicht aber mit elastischer Kompression gesenkt werden.
Beeinflussung des arteriellen Stroms Bei Patienten mit PAVK kann durch eine kontinuierliche Kompression von außen eine Ischämie gefördert und trophische Hautschädigungen ausgelöst werden. Dementsprechend dürfen bei Patienten mit einem Dopplerindex zwischen 0,7 und 0,9 nur leichte Kurzzugverbände, die in kürzeren Zeitabständen gewechselt werden (Kontrolle der Ischämie), angelegt werden.
Verbesserung der Mikrozirkulation und der Lymphdrainage In den Kapillaren wird die Strömungsgeschwindigkeit beschleunigt, die Filtration reduziert und die Reabsortion gefördert. Effekte auf Entzündungsmediatoren sind wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass es zu einer sofortigen Schmerzreduktion und in Folge zur Ulcusabheilung kommt.
Kontraindikation Kompressionstherapie Ein systolischer Knöcheldruck von unter 50-80 mmHg gilt allgemein als eine Gegenanzeige für eine starke Kompressionstherapie, das Gleiche gilt für einen Knöchel-Arm-Druckindex (ABPI= Ankle brachial Pressur Index) von unter 0,8.
Zusätzliche Faktoren die vor dem Anlegen eines Kompressionsverbandes zu beachten sind:
 Link: J.Heilinger: Kompressionstherapie und Bandagieren (pdf)
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