Chirurgische Infektkontrolle und Debridement ist die erste Maßnahme bei akuten diabetischen Läsionen. Abszesse und Phlegmone sollten großzügig behandelt werden, aber eine nachfolgende orthopädische Fußrekonstruktion oder einer möglichen Revaskularisation auf die Fußarterien nicht unmöglich machen. Ablative Maßnahmen und Amputationen sollten sparsam und soweit als möglich anatomisch korrekt durchgeführt werden. Wahre Fremdkörper wie Steinchen und Glassplitter oder „falsche“ Fremdkörper (Knochensequester, nekrotische Sehnen, Fußnagelanteile) sollten entfernt werden, da sie eine Infektion auch nach korrekter Drainage weiter unterhalten können. Antibiotikahältige Festkörper (Ketten, Granulat u. a.) in Inzisionsstellen, mit dem Hintergedanken einer sparsameren Inzision haben sich nicht bewährt.
Häufige Verbandswechsel initial sind wegen der starken Exsudationsbedingung notwendig weil ein Belassen über 24 Stunden in der Akutphase zur neuerlichen Reinfektion führt und eine weitere chirurgische Maßnahme notwendig macht.
Ein Debridement ist angezeigt, wenn eine Ansammlung von Schwielen, Schorf,Fibrinösen Gewebe oder offentsichtlich nicht vitalen Gewebe besteht, denn es stimuliert die Heilung, ermöglicht die Drainage, erlaubt eine vollständige Inspektion, verringert den Druck und entfernt natürlich avitales Gewebe das ein optimaler Nährboden für Bakterien ist.
Es ist allerdings wichtig, dass im Hinblick auf die Menge des entfernten Gewebes das richtige Gleichgewicht erzielt wird. Wird zu viel Gewebe entfernt, verlängert sich der Heilingsprozess, wird zu wenig entfernt, hält der chronische Zustand der Wunde an. Studien von Steed et al haben bestätigt, dass Patienten mit diabetischen neuropathischen Fußulzera, bei denen regelmäßig ein scharfes Debridement durchgeführt wurde, besser heilten als Patienten, bei denen weniger Debridement erfolgte. (7)
Wichtig ist bei Patienten mit schwerer Ichämie eine Revaskularitation durchzuführen, ist diese nicht möglich sollte kein chirurgischer Eingriff erfolgen ausser dies lässt sich nicht vermeiden. Stattdessen sollte versucht werden die feuchte Nekrose mittels intravenöser Antibiotika und lokaler Wundbehandlung in eine trockene Nekrose zu verwandeln. |
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