Peter Kurz
Bedeutung des Exsudats Der Begriff „Exsudat“ ist im klinischen Alltag meist negativ besetzt. Es hat aber eine weit über das reine „Wundspülen“ hinausgehende Bedeutung für den Wundheilungsprozess. Paracelsus kannte bereits Exsudat und nannte es „Balsam“
Aufgabe des Exsudats Aufgrund einer Entzündung kommt es zu vermehrtem Austritt von Flüssigkeit und Zellen aus den Blut- und Lymphgefäßen. Das Exsudat reinigt die Wunde und dient der Versorgung des Wundbettes. Eine weitere Aufgabe ist die Stimulation der Heilung und der Immunabwehr.
Physiologisches Exsudat hat ein breites Spektrum an Komponenten mit hohem spezifischem Gewicht von über 1,020 g/mL.  Pathologisches Exsudat
Besteht eine länger als drei Tage andauernde exsudative Phase und keine deutliche Progression des Wundheilungsverlaufs innerhalb einiger Wochen und ergibt sich eine deutliche Veränderung der Zusammensetzung und Wirkung des Exsudats, so spricht man vom pathologischen Exsudat.
Dies sind Zeichen einer Chronifizierung der Wunde
Zusammensetzung des pathologischen Exsudats
Es kommt zu einer Konzentrationsverschiebung der Bestandteile. Der Gehalt an inflammatorischen Zytokinen und Proteasen ist signifikant erhöht, der Gehalt an Wachstumsfaktoren ist verringert. Ein gravierender Unterschied bei der Aktivität der Proteasen, welche die Aufgabe der Vorbereitung des Wundbetts bei Umbau des Granulations- in Narbengewebe haben.
Welche Faktoren beeinflussen die Wundheilung und können somit zu einer Wundheilungsstörung und Entstehung von pathologischem Exsudat führen:
- Art der Wundsetzung
- Wundtemperatur
- Austrocknung
- Infektion
- Lokaltherapie und systemische Medikamente
- Hypoxie oder Ischämie
- Ernährung
- Alter
- Krankheiten
Die Auswirkungen von pathologischem Exsudat
Die Hemmung der Zellproliferation (Zellwachstum). Die aktive Schädigung des Wundrandes und eine Förderung der Wundgrundmazeration, welche wiederum zu erhöhten Schmerzen führen kann. Eine veränderte Mitose der Fibroblasten - die Zellteilung der Fibroblasten ist beeinträchtigt.
Pathologische Exsudation hat also die Eigenschaft die Wachstumsfaktoren zu hemmen, das Zellwachstum zu reduzieren, die Gefäßeinsprossung zu bremsen und behindert somit signifikant die Wundheilung.
Literatur:
T.Wild, J.Auböck (2007) Manual der Wundheilung, Springer Verlag Wien, 109-114 |