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Debridement (Wundtoilette)

Christian Balon

Unter Debridement versteht man das Entfernen von Belägen und Nekrosen aus der Wunde, die besonders massiv in der Exsudationsphase (Reinigungsphase) bei chronischen Wunden anzutreffen sind.

Nekrosen und Beläge bestehen aus Eiweiß, die einen besonders guten Nährboden für Mikroorganismen darstellen und durch ihre Anwesenheit die Neubildung des Gewebes verhindern. Gelbe, festhaftende Beläge bestehen aus Fibrin. Das Entfernen von Nekrosen und Belägen ist Grundvoraussetzung für eine adäquate Wundheilung.


Es gibt verschieden Arten des Debridements.

Chirurgisches Debridement:


Das chirurgische Entfernen von Nekrosen mittels Skalpell oder scharfen Löffel ist die schnellste Methode, um saubere Wundverhältnisse zu bekommen. Auf eine adäquate Schmerztherapie ist dabei zu achten.


Autolytisches Debridement:

Durch die Verwendung von synthetischen Verbänden für die feuchte Wundbehandlung, welche Wundexsudat aufnehmen und kontrollieren, werden Nekrosen und Beläge rehydriert und somit quasi verflüssigt. Sie können dann beim Verbandswechsel mittels Spülung aus der Wunde entfernt werden. Je nach Ausprägung der Nekrosen und Beläge erfordert diese Art des Debridements mehr oder weniger viel Zeit und ist mitunter relativ problematisch bei kritischer Kolonisation.


Enzymatisches Debridement:

Das Entfernen von Belägen und Nekrosen mittels enzymhaltiger Salben, Pasten oder Kegel ist eine tendenziell ausgediente Form des Debridements. Für das enzymatische Debridement stehen mehrere Enzyme und Enzymkombinationen zur Verfügung, die an verschiedenen Substraten angreifen. Es gibt indirekt wirkende Enzyme, die nicht unmittelbar an der Nekrose wirken, sondern im Wundexsudat Substanzen aktivieren, die anschließend die Fähigkeit haben, Eiweiß zu spalten und direkt wirkende Enzyme, die unverzüglich Nekrosen aufspalten. Es geht also um proteolytische Abtragung von avitalem Gewebe und ist richtig angewandt sinnvolle Ergänzung zur feuchten Wundbehandlung.

Wichtig ist, dass die Produkte bis zu 2 x tägl. aufgetragen werden müssen und widerspricht somit auch einer anzustrebenden langen Tragedauer von Verbänden der feuchten Wundbehandlung.


Biologische Chirurgie

„Biosurgery“ - steril gezüchtete Maden werden in die Wunde unter kontrollierten Bedingungen eingebracht, welche dann nekrotisch belegte Areale mit ihrem enzymlösenden Speichel auflösen und aufnehmen.

Siehe Beitrag Alternative Therapien / Madentherapie

Ultraschall-Debridement


Die Wunde wird mit einer Spülflüssigkeit gespült und mit einem speziellen Ultraschallgerät beschallt Die Vorteile der ultraschall-assistierten Wundreinigung liegen in der nicht läsionalen, schmerzarmen Behandlung, der Tiefenreinigung und -desinfektion durch die bakterizide Wirkung des Ultraschalls (Kavitation) bei gleichzeitiger Ausschwemmung von Erregern und Lösung der Fibrinbeläge. Es fördert die Bildung von Granulationsgewebe und bewirkt eine Reduktion des Wundschmerzes.



Literatur:

M.Benbow (2005) evidence-based woundmanagement, Whurr Publishers Ltd., 69-71

O.Matzinger, C. Balon (1995) Dekubitusproblematik auf Allgemein- und Intensivstationen, Verlag Wilhelm Maudrich

K. Sedlarik (1993) Wundheilung; 2. Auflage Gustav Fischer Verlag

J. Auböck (1994) Synthetische Verbände in der Behandlung des Ulcus cruris, in Phlebologie 23, 78-84




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