Leo Karner, Elisabeth Wanko
Im medizinischen Bereich versteht man unter dem Begriff „extramural“ Alten- und Pflegeheime, Hauskrankenpflege, Ordinationen, Laboratorien und sonstige ärztliche Praxen. Selbstverständlich gelten extramural die gleichen hygienischen Grundsätze wie in den Krankenhäusern. Lediglich die Schwerpunkte der Aufmerksamkeit sind etwas verschoben.
Die Versorgung kranker Menschen im extramuralen Bereich ist in vielen Bereichen ungleich schwieriger als im Krankenhaus. Im Krankenhaus, so hat es zumindest den Anschein, ist vieles einfacher organisierbar, leichter zu bestellen und schneller verfügbar.
Das wird sich ändern müssen. Denn in Zukunft werden immer mehr Menschen im extramuralen Bereich versorgt werden.
Bei in Alten- und Pflegeheimen versorgten Personen bestehen häufig chronische Erkrankungen mit hohem Medikamentenkonsum und eine reduzierte Immunabwehr auf Grund des fortgeschrittenen Alters. Die Gefahr von Infektionskrankheiten ist daher groß. Im Privathaushalt wird die Bedeutung der Hygiene stark unterschätzt, ein Infektionsrisiko für zu pflegende Personen nicht allzu ernst genommen.
Besonders wichtig ist die hygienisch einwandfreie Zubereitung von Lebensmitteln und Speisen. Es ist aber eine Tatsache, dass der Großteil aller bakteriellen Lebensmittelvergiftungen „hausgemacht“ ist. 80% aller Infektionen mit Salmonellen und Campylobacter treten im Privathaushalt auf.
Literatur: Bankl H. (2004), Hygiene und Infektionslehre, Auflage 6, 20 - 30 Kaiser, Lausch, Stanosch (1998), Hygiene, Infektionslehre, Mikrobiologie und Pflege bei Infektionskrankheiten, Auflage 4
Link: Infektionsprävention in Heimen Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI) |
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